Revolution: peace on our earth round

Geschichte

Das Werk „Revolution: Frieden unserem Erdenrund“ wurde in den Jahren 1982/1983 von dem DDR Künstler Richard Otfried Wilhelm geschaffen. Das 20,5m lange und bis zu 3m hohe Werk aus Glas, Stahl und Beton stand im 3. O.G. des Neubaus Haus 18 der berühmt-berüchtigten Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Berlin Lichtenberg. Erich Mielke, 1957 – 1989 Minister für Staatssicherheit der DDR, gab das monumentale Kunstwerk persönlich bei dem anerkanntesten Glaskünstler seiner Zeit, Richard O. Wilhelm 1979 in Auftrag. Mielke sah sich und damit den Neubau seiner Stasi-Zentrale als ebenso bedeutendes Machtsymbol wie Staatschef Erich Honecker seinen Palast der Republik, und bestand daher darauf, dieselben honorierten Künstler zu engagieren.

Richard O. Wilhelm hatte gemeinsam mit Reginald Richter für die große Halle von „Erichs Lampenladen“, wie der Volksmund das gigantische Gebäude auf dem Platz des ehemaligen Berliner Stadtschloss nannte, die „Gläserne Blume” als zentrale monumentale Glasplastik gestaltet. Wilhelm, als Gründer und Leiter eines Künstlerkollektivs für Glasgestaltung, erarbeitete auch durch seine Lehrtätigkeit grundlegende Voraussetzungen für die eigenständige Entwicklung architekturgebundener Glaskunst in der DDR. Die Familie des gebürtigen Bautzener brachte 300 Jahre Glasermeister und Glasgestalter hervor. Richard Wilhelm setzte in dieser Tradition die Kunst der Bleiverglasung fort, kombinierte sie mit Baumaterialen wie Beton und brachte moderne Elemente ein.

Die Glas Blume gehört heute zum Bestand des deutschen historischen Museum in Berlin. Sie ist eines der wertvollsten Kunstwerke des DHM welches in der Zeit der DDR entstanden ist. Das Werk “Frieden unserem Erdenrund” ist nach Aussage des DHM historisch gesehen gleichwertig der original Ausgabe der Luther Bibel.

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Herausragendes und größtes Beispiel dafür ist sein Werk „Revolution: Frieden unserem Erdenrund“, welches 1983 im Konferenzsaal des Haus 18 der Staatssicherheit für die Ewigkeit montiert wurde. Das Werk wurde beim Bau des Hauses direkt in den Estrich einbetoniert. 15 Elemente, jedes davon rund 200 kg schwer, fügten sich vor einer durchgehenden Glasscheibe zu einem über 20 Meter langen kostbaren Licht- und Farbenspiel zusammen. Insbesondere da die Rot- Gelb- und Orangetöne des Bleiglases bis zu 25 kg Gold enthalten. Dies ist das weltweit einzig existierende Kunstwerk welches sakrale Glas Kirchen-Kunst im Stil des Konstruktivismus mit kommunistischen Motiven verbindet.

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Aufgrund höchster Geheimhaltung konnten sieben Jahre lang nur wenige hochrangige Mitarbeiter des allmächtigen MfS diesen Anblick genießen. Am 15. Januar 1990, zwei Monate nach dem Fall der Mauer und dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes in Ost-Deutschland, wurde die Stasi Zentrale von aufgebrachte DDR Bürgern gestürmt um die weitere Vernichtung brisanter Akten zu verhindern. Das Haus 18 wurde aufgrund einer Desinformation der Stasi niemals betreten.

Nach Auflösung des MfS wurden die gesamten Liegenschaften der Stasi an die Deutsche Reichsbahn im Auftrag der Treuhand abgetreten. Der heutige Eigentümer erfuhr davon und erwarb es von der Deutschen Reichsbahn um es vor der Zerstörung zu bewahren, . Er ließ es fachgerecht demontieren, verpacken und in einem Container einlagern. 24 Jahre später wurde dieser verschollen-geglaubte Container nach intensiver Recherchearbeit von seinem Freund, dem Kunsthistoriker Thilo Holzmann, in Berlin wiederentdeckt.

Im Jahr 1990 wurde das Eigentum des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR nach der Wiedervereinigung durch den Deutschen Staatsvertrag von 1990 in das Eigentum der deutschen Reichsbahn überführt.
Herr Eberhard Dümmen, Eigentümer der Spedition Grohmann hat im Winter 1992/93 das Werk “Frieden unserem Erdenrund” von der Deutschen Reichsbahn rechtmäßig erworben und somit vor der Zerstörung durch Vandalismus die in der Nachwende Zeit herrschte, bewahrt. In der Nachwendezeit wurde durch die Reichsbahn das gesamte ehemalige Stasi-vermögen, vom „Kochgeschirr – bis zu Volvo Limousinen“ veräußert.
Das Werk wurde daraufhin von Mitarbeitern der Kunstspedition “Grohmann art” in den ehemaligen Räumen der Staatssicherheit der DDR, in Berlin Lichtenberg, Normannenstraße im Haus 18, 3. Stock fachgerecht demontiert, gesichert und abtransportiert. Das Werk wurde anschließend in einem Container eingelagert war bis 2015 in Berlin Weißensee auf einem Speditionsgelände gesichert.
Besondere Verdienste sind dabei dem ehemaligen Stasi Oberst Schulz zu zuschreiben, der als Bauingenieur erst bei dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR und anschließend in Folge der Übernahme durch die Deutschen Reichsbahn bei ebendieser tätig war. Ab 1992 arbeitete Herr Schulz in der Funktion eines leitenden Disponenten bei der Spedition Grohmann. Die Sicherung und Bewahrung des historisch außerordentlich bedeutsamen Monumentalwerkes „Frieden unserem Erdenrund“ ist insbesondere der Intervention des Oberst Schulz zu verdanken.